Novel female reproductive organ differentiates postmating transcriptional response to insemination versus arrival of sperm in bedbugs

Die Studie zeigt, dass bei der Bettwanze das neuartige Organ Mesospermalege die Funktionen der Spermienaufnahme und -verarbeitung übernimmt, während die postmating-transkriptionelle Antwort im weiblichen Genitaltrakt erst verzögert nach dem eigentlichen Eintreffen der Spermien ausgelöst wird, was eine evolutionäre Anpassung an die Spermienaufnahme und nicht an den Akt der Paarung selbst belegt.

Martens, B. M., McDonough-Goldstein, C. E., OTTI, O. + 4 more2026-03-18📄 evolutionary biology

Tempo and mode of gene evolution revealed by the Lenski long-term evolution experiment

Die Analyse des Langzeit-Evolutionsexperiments von Lenski über 60.000 Generationen zeigt, dass in einer stabilen Umgebung zunächst Wachstums- und später Überlebensgene adaptieren, wobei die Evolutionsraten mit fortschreitender Anpassung und abnehmenden Fitnessgewinnen generell sinken, was auf ein fundamentales Prinzip des abnehmenden Ertrags und die Entstehung evolutionärer Stase hindeutet.

Xu, D., Wu, H., Wu, Y.2026-03-18📄 evolutionary biology

Warming and predation drive rapid evolution of ecosystem functioning but not functional traits

Eine zweijährige Mesokosmen-Studie zeigt, dass sich zwar die Ökosystemfunktion (Zersetzungsraten) von *Asellus aquaticus* unter dem kombinierten Einfluss von Erwärmung und Prädation schnell evolviert hat, klassische funktionelle Merkmale wie Körpergröße und Stoffwechselrate jedoch keine divergente Evolution aufwiesen, wobei die Unterschiede im Stoffwechselrate vorwiegend auf genetische Drift und nicht auf natürliche Selektion zurückzuführen waren.

Olazcuaga, L., Couranjou, E., Fargeot, L. + 5 more2026-03-18📄 evolutionary biology

Fitness landscapes for species interactions: when do population genetics and adaptive dynamics diverge?

Diese Studie nutzt ein datengesteuertes Modell mikrobieller Interaktionen, um zu zeigen, dass sich die Vorhersagen der Populationsgenetik und der adaptiven Dynamik insbesondere bei endlichen Zeiträumen, variierenden Mutationsraten und asymmetrischen Konkurrenzverhältnissen unterscheiden, was zu Abweichungen in den evolutionären Ergebnissen führt.

Lele, K., Uricchio, L. H.2026-03-18📄 evolutionary biology

Group size modulates kinship dynamics and selection on social traits

Die Studie zeigt, dass die Gruppengröße die Verwandtschaftsdynamik und die altersabhängige Selektion sozialer Merkmale wie Hilfeleistung oder Schädigung beeinflusst, wobei kleinere Gruppen zu schnelleren Verwandtschaftsänderungen und früheren, extremeren Verhaltensanpassungen führen, was unter anderem die Evolution der Menopause bei sozialen Säugetieren erklärt.

He, P., Weiss, M. N., Ellis, S. + 4 more2026-03-17📄 evolutionary biology

Rapid and repeated evolution of myosin copy number in threespine stickleback

Die Studie zeigt, dass sich bei Süßwasser-Dreistachligen Stichlingen durch wiederholte tandemartige Duplikationen auf dem Geschlechtschromosom die Kopienzahl des Myosin-Genclusters MYH3C rasch erhöht hat, was zu einer gesteigerten Genexpression in der Skelettmuskulatur führt und eine adaptive Divergenz von marinen Populationen darstellt.

Yoxsimer, A. M., Daugherty, R. R., Hare, E. E. + 23 more2026-03-17📄 evolutionary biology

Transcriptional signatures underlying divergent lifestyles of endophytic and pathogenic fungi in early colonisation of wheat roots

Diese Studie charakterisiert mittels RNA-Sequenzierung und neuer Referenzgenome die transkriptionellen Unterschiede zwischen dem pathogenen *Gaeumannomyces tritici* und dem endophytischen *G. hyphopodioides* bei der frühen Besiedlung von Weizenwurzeln, wobei der Endophyt eine Stressantwort und Genreprogrammierung zeigt, während der Pathogen durch ein „schleichendes" Expressionsprofil und das Fehlen einer Stressantwort gekennzeichnet ist.

Moren-Rosado, S., Hill, R., Chancellor, T. + 4 more2026-03-17📄 evolutionary biology

When South meets North: a joint contact zone coinciding with environmental gradients in three boreal tree species

Die Studie zeigt, dass drei boreale Baumarten in Schweden trotz unterschiedlicher Kolonisationsgeschichten und Ausbreitungsökologien gemeinsame Kontaktzonen entlang von Umweltgradienten aufweisen, wobei sich die genetische Struktur und die Architektur der lokalen Anpassung (von breiter genomischer Verteilung bis hin zu spezifischen Inversionen) artspezifisch unterscheiden und das Zusammenspiel von Genfluss und Selektion verdeutlichen.

Herrera Egoavil, P., Leal, J. L., Zhou, Q. + 3 more2026-03-17📄 evolutionary biology

Mapping frog genomic diversity on a continental scale

Die Studie analysiert genomische Daten von 2.481 Individuen aus 46 Froscharten in Ost-Nordamerika, um räumliche Muster der genetischen Vielfalt zu kartieren, wobei sie einen häufigen latitudinalen Gradienten feststellt, aber kaum einen Zusammenhang mit menschlichen Störungen findet, und gleichzeitig einen Rahmen zur Identifizierung von Prioritätsgebieten für den Erhalt der genomischen Vielfalt bietet.

Barrow, L. N., McDaniels, C. X., Bishop, A. P. + 15 more2026-03-17📄 evolutionary biology

Ancient transposable elements sustain global ecological adaptation despite chronically low nucleotide diversity

Die Studie zeigt, dass alte Transposon-Polymorphismen die globale ökologische Anpassung der Wasserpflanze *Spirodela polyrhiza* trotz chronisch niedriger Nukleotidvielfalt ermöglichen, indem sie als Hauptquelle für adaptive Variation dienen, die vor der Kontinentalaufspaltung entstand und durch natürliche Selektion an kalten Temperaturen erhalten wurde.

Zhang, A., Bemmels, J. B., Wei, N.2026-03-17📄 evolutionary biology

The Cooperation Ladder: Scale-dependent payoffs and population dynamics create surges, stalls and reversals

Diese Studie stellt ein theoretisches Modell vor, das die Entwicklung menschlicher Gesellschaften durch eine „Kooperationsleiter" erklärt, bei der populationsabhängige Schwellenwerte für größere Belohnungen zyklische Phasen von Kooperationsschüben, Stagnation und Rückfällen hervorrufen und so die Pfadabhängigkeit sozialer Komplexität sowie das Bestehen von Trittbrettfahrerverhalten erklären.

Schnell, E., Schimmelpfennig, R., Muthukrishna, M.2026-03-16📄 evolutionary biology

Joint likelihood-free inference of the number of selected single nucleotide polymorphisms and the selection coefficient in an evolving population

Diese Studie stellt eine neuartige Methode zur likelihood-freien Inferenz vor, die mithilfe von Approximate Bayesian Computation (ABC) sowohl die Stärke der Selektion als auch die Anzahl der selektierten SNPs in einer Population unter Berücksichtigung genomischer Linkage und mit quantifizierbarer Unsicherheit schätzt.

Xu, Y., Futschik, A., Dutta, R.2026-03-16📄 evolutionary biology

A phospholipid transporter in Asgard archaea sheds light on the origin of eukaryotic lipid transfer proteins

Die Studie identifiziert in Asgard-Archaeen eine Klasse von Phospholipid-Transportern (StarAsg1), die strukturellen und funktionellen Ähnlichkeiten mit eukaryotischen Lipidtransferproteinen aufweisen und darauf hindeuten, dass solche Transportmechanismen bereits vor der Entstehung eukaryotischer Organellen existierten und deren Entwicklung ermöglichten.

Lipp, N.-F., Kocharian, E., Budin, I.2026-03-16📄 evolutionary biology

Evolution of thyroglobulin: an integrated view of its origin and complexity from a structural perspective.

Diese Studie liefert eine umfassende bioinformatische Analyse der evolutionären Herkunft und strukturellen Komplexität von Thyreoglobulin, die auf der Rekonstruktion der Sequenz des Flussneunauges sowie der vergleichenden Untersuchung von 38 Wirbeltierarten basiert und zeigt, dass das Protein durch wiederholte Genduplikationen aus einem nidogenähnlichen Vorläufer entstand und seine essenziellen funktionellen Domänen sowie die Hormonbiosynthese über die gesamte Wirbeltierentwicklung hinweg hochkonserviert blieben.

Gomes Pio, M., Marques da Silva, W., Rivolta, C. M. + 1 more2026-03-16📄 evolutionary biology